think.fish blog

  • Sozial verträglicher Schutz von Fischbeständen

    Fischerszene Elfenbeinküste /Screenshot aus dem Film [1])

    Wie bringt man ökologische Massnahmen, langfristige Interessen von Fischern und die existentielle Abhängigkeit von täglichen  Einkünften in Einklang? Ein paar kritische Überlegungen am Beispiel der Elfenbeinküste.

    In der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste fangen die Fischer immer weniger; der gesamte Fangertrag ging in den Jahren 2016 bis 2022 um fast die Hälfte zurück. Das Land, weltgrösster Kakaoproduzent (Erdölexporte bringen mittlerweile mehr Devisen),  ist daher gezwungen, immer mehr Fisch für die Eigenversorgung zu importieren. Seit 2023 verordnet die Regierung eine Schonzeit während der Laichperiode, verbunden mit dem Fangverbot während zwei Monaten. [1]


    Ökologisch wichtig, ökonomisch unvorbereitet

    Aus ökologischer und ökonomischer Sicht ist das eine richtige Massnahme, weil sie den übernutzten Fischbeständen hilft, sich wieder zu erholen, was langfristig wieder zu grösseren Erträgen führt. Ausgeklammert blieb beim Beschluss der Regierung, wovon denn die Fischer und ihre Familien während der Schonzeit leben sollen; eine Entschädigung vom Staat erhalten sie jedenfalls nicht.

    Küstendörfer im Weltsüden sind typischerweise ganz von der Fischerei abhängig, genauer: vom täglichen Fang. An den gefangenen Fischen verdienen die Männer, wenn sie mit ihren Booten zum Strand zurückkehren, und die Frauen, die die Fische verarbeiten und verkaufen. Fällt der Fang während mehrere Tage aus, wird es im Dorf ökonomisch bereits eng. Dann ist die übliche Klage in diesen Fischerdörfern zu hören: Wir haben kein anderes Einkommen als die Fische! 


    Überfischung hausgemacht

    Schonzeiten sind ein erprobtes Mittel zur Bestandeserhaltung; sie setzen aber voraus, dass die Ursachen der Überfischung behoben werden. Für den Rückgang der Fischbestände werden gerne grosse Fangschiffe aus Europa und Asien verantwortlich gemacht. Im wesentlichen aber ist die Überfischung hausgemacht: Erstens dadurch, dass die Landesregierung Fangrechte an die ausländische Fangindustrie verkauft (oft viel zu günstig). Zweitens, weil diese Einnahmen kaum in die Überwachung der Fischerei und Mittel gegen illegale Aktivitäten investiert werden (ganz zu schweigen davon, dass die inländischen Fischer auch nur einen Cent von den Zahlungen ihrer ausländischen Konkurrenten zu sehen bekämen). Und drittens durch das Verharren der Fischerdörfer in einem Wirtschaftsmodell, das deren Bewohner bei sinkenden Erträgen erst recht von Fisch abhängig macht. 

    Im Film [1] werden zwar Beispiele gezeigt, in denen Fischerkooperativen versuchen, die zweimonatige Durststrecke mit Einkommen aus anderen Beschäftigungen zu überbrücken: mit Gemüseanbau, Hühnermast, Fischzucht und anderes mehr. Dabei fällt mir auf, dass es sich um ausgesprochene temporäre Ersatzaktivitäten handelt. Vom Aufbau einer diversifizierten lokalen Wirtschaft ist nicht einmal in einem Nebensatz die Rede. Und so bleibt es bei der Klage «Wir können nur fischen» und bei der Abwanderung frustrierter junger Fischer, die in ihren Dörfern keine Chance hatten, etwas anderes zu erlernen als einen gefährlichen und zusehends brotlosen Beruf, den viele von ihnen gar nicht erlernen wollten, wie ich aus persönlichen Gesprächen im Senegal weiss.


    Fehlende sozialökonomische Entwicklung

    Es ist verständlich, dass die Menschen in Fischerdörfern eine Entschädigung vom Staat fordern, der ihnen während zweier Monate zu fischen verbietet. Nicht verstehen kann ich aber, dass Menschen, die in diesen Dörfern aufgewachsen sind und das Glück hatten, anderswo Ausbildung und Arbeit und Einfluss zu bekommen, nichts für eine diversifizierte Zukunft ihrer Dörfer unternehmen – fast so, als wäre es ein unabdingbares Recht und eine unablegbare Pflicht, als Fischer geboren zu werden und zu sterben…

    Nicht nur sozialökonomisch, sondern auch ökologisch wäre es sinnvoll, wenn in Fischerdörfern viele verschiedene Einkommensmöglichkeiten entstehen: abnehmende wirtschaftliche Abhängigkeit vom Fischfang verringert den Druck auf die Fischbestände und hebt zugleich die Fischpreise, was den Zwang, täglich fischen zu gehen, noch einmal verringert.

    Wo sind Entwicklungsprojekte, die einen derartigen Ansatz in Fischerdörfern verfolgen? Ich habe bis heute von keinem gehört.


    [1] «Le repos biologique change tout pour les pêcheurs ivoiriens» (Video 12’30”). CAOPA TV, 31.07.2026

  • Fishermen, ruined by war. The case of Iran.

    Longread


    Traditional family in Jask port (credit: Mostafa Hassanzadeh / Wikimedia Commons)

    On the second night of the war against Iran, on March 1, 2026, air strikes carried out by Israel and the USA thoroughly hit fishing harbours on the Iranian coast of the Gulf of Oman. More than 100 fishing boats and the livelihoods of tens of thousands of people were destroyed at once.

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  • Unglaublich, was unter Wasser alles lebt!

    Riesen-Sinophor (Screenshot aus dem unten erwähnten Reel)

    Schon erstaunlich, was es unter der Wasseroberfläche so an ganz verschiedenen Tieren gibt!

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  • Global warming and the loss of biodiversity are closely interlinked — in both ways

    Screenshot from the video mentioned

    Human civilisation has exploited the planet to such an extent that life is under threat — including our own survival. There is still a way out of this catastrophe if we recognise what has gone wrong and act accordingly.

    Humanity uses 1.3 billion acres for intensive agriculture, whilst 2 billion hectares have already been abandoned due to overuse and depletion. The planet’s plant biomass has decreased by 50%. To date, 73% of all species are in decline. 10,000 years ago, 95% of animal biomass consisted of wild animals, whereas today 95% of animal biomass consists of humans and their domesticated species, i.e. mainly farm animals. The biomass of marine fish has decreased by 60 to 80%, mainly over the last 100 years. The planet has lost around 50% of its productive capacity.

    I’d like to subscribe to the think.fish newsletter

    However, if we let cover large parts of land with trees and shrubs, we could significantly boost photosynthesis, create more life, reduce water consumption for plant care, and gain more shade, greater biodiversity, and a landscape that protects us from the extremes to which we are exposed as a result of man-made global warming.

    Summary of a speech by Brett KenCairn [1]
    Founding Director of the Center of Regenerative Solutions


    [1] short video excerpts from KenCairns speech:
    https://www.facebook.com/reel/978432761861362
    and
    https://www.facebook.com/reel/2395238484332695
    full audio version:
    https://www.thegreatsimplification.com/episode/222-brett-kencairn (1:34:18)


  • Whale news

    Migrating whales in the Moreton Bay, Australia (photo: Ishara Udawela / Wikimedia Commons)


    As we’ve been talking a lot about one particular whale recently, here’s some news about lots of other whales.

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  • Eric, der strenge Fischereiaufseher

    Eric im Gespräch mit dem Autor, 2006 (Foto: Pascal Stern)

    Heute vor sechs Jahren hab ich die Texte zu meinem Buch über die Geschichte von fair-fish abgeliefert [1]

    Vor etwa zwanzig Jahren entstand diese Foto während eines Gesprächs mit Eric, dem damaligen Chef du Service de Pêche du Département Foudiougne, dem strengsten Fischereiaufseher, dem ich im Senegal jemals begegnet war.

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  • How to block bottom trawling

    The overgrown head of a marble sculpture, underwater museum in the Thyrranean Sea (screenshot from www.casadeipesci.it)

    Dragging huge nets on heavy runners or rollers across the seadbed is the second most destructive fishing method after dynamite fishing. For years, many organisations have been calling for a ban on bottom trawling, so far to no avail. Local communities face the challenge of defending their fishing grounds on their own. Concrete blocks and art sculptures are their weapons.

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  • When legs lost at sea live on

    Scarlet sea cucumber (photo: Lara Gibson / Wikimedia Commons)

    There are animals that can regrow lost limbs, such as the famous lizard’s tail. However, their old tail simply dies off and rots away. Not so the tiny feet and tentacles of the Scarlet sea cucumber (Psolus fabricii), a strange animal that lives on the rocks in the cold regions of the Atlantic and Arctic Oceans — not only can it regrow limbs lost to predators, but lost feet and tentacles are capable of surviving independently for more than three years, as recent research has shown.

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  • Artisanal fishermen make decisions that many leaders would be incapable of making

    With thanks for these thoughts to Gaoussou Gueye and  CAOPA
    Traduit du français ; voir ci-dessous pour le texte original


    In Africa, artisanal fishermen make such decisions every single day. Because at sea, misjudging the risks doesn’t just cost a quarter’s profits.

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