
Heute vor sechs Jahren hab ich die Texte zu meinem Buch über die Geschichte von fair-fish abgeliefert [1]
Vor etwa zwanzig Jahren entstand diese Foto während eines Gesprächs mit Eric, dem damaligen Chef du Service de Pêche du Département Foudiougne, dem strengsten Fischereiaufseher, dem ich im Senegal jemals begegnet war.
So streng, dass man ihn auf den unbeliebten Posten im abgelegenen Saloum-Delta abschob und bis zu Pensionierung dort beliess. Doch auch im fernen Departement Foundiougne liess Eric nicht locker, tolerierte keine krummen Dinge und gab selbst dann nicht nach, als er zwei Mitarbeiter verlor, die wegen einer Kontrolle verprügelt worden waren und den Job nicht länger ausüben mochten.
Eric war der einzige Fischereiverantwortliche, der seine Fangstatistik stets à jour bereit hielt, auf zehn Kilo genau. Seine Kollegen in anderen Fischstädten zeigten mir jeweils Tage nach meiner Anfrage ein Excel-Sheet mit Lücken und mit Fangmengen auf zwei Stellen nach dem Komma, eine Genauigkeit, die real schlicht nicht gegeben war; aber aus der Erinnerung lassen sich Zahlen ja allerlei gefallen…
Jedes Mal, wenn ich dieser Foto begegne, denke ich an einen Mann, mit dem ich mich ohne viele Worte verstand. Sicher hätte uns eine feste Freundschaft verbunden hätte, wär ich für immer im Saloum geblieben…
Das Kapitel über unser damaliges Fischereiprojekt im Senegal war übrigens die schwerste Geburt beim Schreiben der Geschichte von fair-fish. So viele Erlebnisse! Am schwierigsten zu schreiben sind Geschichten, die einem selber ganz nah gehen. Nur schon beim Auswählen aus Tausenden von Fotos aus jener Zeit vergingen Tage, jede Foto schrie mir entgegen: Erzähl mich endlich!

Das Buch ist erhältlich bei:
https://ruefferundrub.ch/buecher/r-r-visionaer/item/880-fair-fish
oder hier: https://edimut.ch/buecher/fair-fish/

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