Interessant, was passierte, als ich auf der fair-fish-Facebookseite mal einen (augenzwinkernden) Zusammenhang zwischen einer prominenten Person und dem Fischkonsum auch nur anzutönen wagte:
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Verräterische Rosenblüte vor Kaliforniens Küste
Während mensch auf dem Festland irgendwie alles schon gesehen hat, sind die Meere doch immer wieder für Überraschungen gut! Was neuerdings der kalifornischen Küste entlang wie Beete von Rosen blüht, sind in Wahrheit Nudibranchs (hat mit Nudeln nichts zu tun), nämlich Nacktkiemer, welche die grösste Unterordnung innerhalb der Ordnung der Hinterkiemerschnecken bilden.
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Mit Hochdruck «getötete» Hummer
Wie frisch ist das Fleisch eines Hummers, der qualvoll verreckt ist?
Am 08.02.2014 schrieb ich, damals als Präsident von fair-fish international, an die Firma «Fisherman Tom »:
Sehr geehrte Frau Kalder
Eben entnehmen wir einer Pressemitteilung, dass Ihre Firma ab diesem Frühjahr frische Hummer und andere Meerestiere frei Haus liefern wird, unter dem Namen Lobster Car vorerst in Stuttgart und Wien.
Als Fachleute für Tierschutz bei Meerestieren nimmt uns wunder, wie Sie bei Hauslieferung lebender Tiere das Problem der artgerechten Tötung lösen werden.
Und wie lösen Sie dieses Problem eigentlich in Ihren Restaurants in Wien, Wiesbaden und Stuttgart?
Wir wissen, dass es Unternehmen gibt, die sich um die bestmögliche Lösung bemühen, und wir würden uns freuen, auch Ihre Firma in diesem Kreis begrüssen zu dürfen. Da wir Erfahrung mit diesen Fragen in der Gastronomie haben, können wir Ihnen versichern, dass wir eine Nichtbeantwortung unserer Fragen als Eingeständnis eines üblen Umgangs mit den Tieren in Ihren Betrieben verstehen und dies entsprechend bekannt machen würden.
In der Beilage senden wir Ihnen unser Factsheet zur Lagerung, Betäubung und Tötung von Krebstieren.
Gerne hören wir von Ihnen. Mit besten Grüssen
Billo Heinzpeter Studer
Die Antwort kam am selben Tag:Sehr geehrter Herr Studer,
erst einmal vielen Dank für Ihre Email.
Mit unserer Antwort müssen wir erst einmal ein Missverständnis ausräumen. Lobster Car soll ein Heimlieferservice für fertig zubereitete Speisen werden, u. a. Fisch, Meeresfrüchte, Hummer, Salate.
Es werden keine lebenden Tiere ausgeliefert! Das Wort «frisch» im Slogan bezieht sich auf «frisch zubereitet».Fisherman Tom verarbeitet keine lebenden Hummer! Wir verarbeiten ausschliesslich UHP-Hummer gefroren von grossen deutschen Fischlieferanten.
Mit freundlichen Grüssen
Sandra Kalder
Was bitte ist UHP-Hummer?Um das Fleisch von Hummern leichter und effizienter aus ihrem Panzer zu lösen, verwenden einige Verarbeitungsfirmen Ultra High Pressure, das heisst, der Panzer wird durch Hochdruck vom lebenden Tier gelöst. Natürlich sind die Hummer dann tot, nur gestorben sind sie davor qualvoll – aber auf praktische Weise für die Verarbeiter…
Klar ist die Tötung möglichst rasch nach dem Fang einer wochen- bis monatelangen Lebendlagerung aus ethischen Gründen vorzuziehen. Auch qualitativ ist das vorteilhaft, wenn das Fleisch sogleich tiefgefroren wird. Deshalb UHP aber als «humane» Tötungsmethode anzupreisen, wie das eine andere Firma tut, ist ein starkes Stück: «Unter Ultrahochdruck (UHP) läuft die Tötung der Hummer völlig verlustfrei und artgerecht ab. Hierbei wird der Hummer in Kammern, die mit Meerwasser gefüllt sind, innerhalb weniger Sekunden mit einem plötzlichen Überdruck von 2.300 bar getötet.» [1]
Hummer möglichst schonend zu betäuben und zu töten ist noch weit anspruchsvoller [2] als bei vielen Fischarten. UHP ist eine Massnahme zur Steigerung der Fleischqualität, die natürlich zum Tod führt, allerdings bei vollem Bewusstsein.
Quelle:
[1] https://www.chefsculinar.de/hummer-35969.htm
[2] Hummer und Krebse: Leiden für Genuss?
Titelfoto:
Hummerschwänze (anokarina / Wikimedia Commons)
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Leben in der ökologischen Nische – oder darüber hinaus?
Die meisten Tierarten haben ihr Leben an einen bestimmten Lebensraum angepasst, und hier sind sie Meister. Menschen dagegen sind Meister in der Anpassung an ganz verschiedene ökologische Nischen anpassen – sind wir deswegen freier?
Bitte erst Ton abstellen! Ausser kitschiger Eso–Musik ist da leider nichts zu hören – und die stört nur beim Nachdenken während des fünfminütigen Films voller schöner wie drolligen Bilder [1].
Nachdenken darüber zum Beispiel, dass Pinguine (wie alle Tiere) sich perfekt in ihre ökologische Nische eingepasst haben, genetisch als Art, kollektiv als Gruppe, Herde, Schwarm und individuell. Tiere können hingegen nicht «aus ihrer Haut»; sie sind nicht nur klimatisch relativ eng gebunden, sondern vor allem auch sozial.
Tiere, die wie etwa Giraffen in Gruppen von höchstens 30 Individuen mit nur ein oder zwei erwachsenen Männchen leben, können nicht plötzlich als Herde von mehreren hundert Tieren leben. Schimpansen, die in Gruppenverbänden unter männlicher Führung leben, können nicht einfach wie die verwandten Bonobos plötzlich eine weibliche Führung haben. Und Fische wie die Forellen, die als Jungtiere in Schwärmen leben, aber als erwachsene Tiere je ihr individuelles Territorium verteidigen, können nicht einfach entscheiden, eine Gesellschaft zu bilden, in welcher alle gemeinsam jagen und teilen.
Wir Menschen aber können das. Wir können heute beschliessen, die Form der Gesellschaft, in der wir leben, zu verändern. Es ist nicht genetisch festgelegt, dass wir, um überhaupt existieren zu dürfen, nicht nur für unseren eigenen Lebensunterhalt, sondern auch für den von Priestern, Feudalherren, Kapitalisten, Parteibonzen und ihrem Herrschaftspersonal arbeiten müssen.
Machen wir was draus!
[1] «LISTEN TO YOUR HEART», Film (5’10“) von Ruedi und Priska Abbühl (Musik von Mike Rowland)
Titelfoto:
Screenshot aus dem Film
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Soziale Organisation und genetische Veranlagung

Screenshot aus dem besprochenen Film Der Kurzfilm «Listen to your heart» [1] regt zum Nachdenken an – aber bitte vorher den Ton abstellen! Ausser kitschiger Eso–Musik ist da leider nichts zu hören, und die stört nur beim Nachdenken während der fünf Minuten mit schönen wie drolligen Bildern.
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Es kommt nicht drauf an, welchen Fisch du isst, sondern wie viel Fisch insgesamt

Zeichnung: Marco Eberli Ja bravo! Genau das war zu erwarten…
Jahrelang empfahl der Starkoch und «Fish Fighter» Hugh Fearnley-Whittingstall, die vermeintlich reichlich vorhandenen Makrelen aufs Menü zu setzen – und jetzt muss er im Gegenteil empfehlen, auf Makrelen zu verzichten…
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Aufstieg und Fall der Fischfabrik «Melander»
Im Osten der Schweiz, im St. Galler Rheintal, entstand 2008 «die grösste Indoor-Fischzuchtanlage der Welt». So sagte es deren Besitzer, der saarländische Industrielle Hans Raab, der mit seinem HaRa-Fensterreinigungssystem Millionen verdient hatte. Die Fischfabrik «Melander» hätte im Endausbau mit 1800 Tonnen Filets und Würsten aus Afrikanischen Welsen pro Jahr weit mehr produziert als alle andern Schweizer Fischzüchter zusammen. Es blieb beim Konjunktiv.
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Über Pangasius-Lügen und andere Zufälle

Pangasius (Pangasianodon hypophthalmus)
(Foto: Vassil / Wikimedia Commons)Der ARD-Dokufilm «Die Pangasius-Lüge» [1] hatte im Jahr 2011 an sich nichts Neues gebracht, aber für ein breiteres Publikum vielleicht erstmals Einblicke vor Ort, in eine rasant gewachsene und hoch problematische Fischzuchtindustrie in Vietnam: Null Tierschutz, kaum Umweltschutz, lausig bezahlte Arbeiter/innen und gesundheitliche Gefahren für die Verbraucher. Doch warum hatten ARD und WWF nicht schon viel früher die breite Öffentlichkeit gesucht, um über diese Missstände zu berichten?
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«Zuchtlachs so gefährlich wie Rauchen»

Mit einer Inseratenkampagne ging im Februar 2011 die «Global Alliance Against Industrial Aquaculture» (GAAIA) gegen industrielle Fischzuchten vor. Im Stil der Warnungen auf Zigarettenpackungen machte sie auf gesundheitliche Risiken des Konsums von Zuchtlachs aufmerksam. «Lachszuchten töten rund um den Globus und sollten daher eine Gesundheitswarnung tragen», sagte der schottische Aktivist und GAAIA-Korridinator Don Staniford. Er agitierte bereits seit Jahren gegen die industrielle Lachszucht und hatte sich deswegen auch schon happige Gerichtsverfahren eingehandelt.
Die Inserate wurden mit Spenden aus dem Publikum, von betroffenen Fischern und Indianernationen bezahlt. Als Kampagne gegen eine Industrie, die ihrerseits nicht zimperlich beim Einsatz von Werbemitteln ist. Allein die westkanadische British Columbia Salmon Farmers Association verfügte damals laut Staniford über ein jährliches Werbebudget von 1.5 Mio. Dollar.
Zuerst publiziert am 06.02.2011 auf dem Blog von fair-fish (nicht mehr online), redigiert am 06.02.2026
Weitere Artikel zu Zuchtlachs:
Zuchtlachs meiden!
Bio-Mäntelchen drum und gut ist?
Der tägliche Wahnsinn
Salmons à gogo
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