
Afrikas Schicksal ist es seit Jahrhunderten, von Ländern und Firmen aus Übersee ausgebeutet zu werden. Auch nach dem offiziellen Ende des Kolonialismus hat sich wenig daran geändert, wie die Geschichte des weltweiten Fischhandels zeigt. Und es deutet vieles darauf hin, dass dies auch so bleiben soll, wenn Afrika im grossen Stil in die Fischzucht einsteigt.
Afrikas Schicksal ist es seit Jahrhunderten, von Ländern und Firmen aus Übersee ausgebeutet zu werden. Auch nach dem offiziellen Ende des Kolonialismus hat sich wenig daran geändert, wie die Geschichte des weltweiten Fischhandels zeigt. Und es deutet vieles darauf hin, dass dies auch so bleiben soll, wenn Afrika im grossen Stil in die Fischzucht einsteigt
Seit Jahren plündern asiatische und europäische Trawler die Meere rund um Afrika [1], nachdem sie zuvor die heimischen Fischbestände dezimiert haben. Aber der Fischhunger und die Zahl der Menschen nehmen Jahr für Jahr zu. Es reicht längst nicht mehr, was in den Meeren schwimmt. Weltweit stammt jeder zweite Fisch auf einem Teller aus einer Fischzucht. Mengenmässig führend sind die Fischzüchter in Asien. Da auch dort mehr und mehr Menschen mehr und mehr Fisch essen, wird Asien stärker für den Heimmarkt produzieren und sich zusätzliche Fische anderswo beschaffen. In Afrika, wo die Fischzucht-Industrie erst am Anfang steht.
Neokolonialismus mit Fischen
Auch Europa und Nordamerika sehen im noch weitgehend «leeren» Kontinent Afrika einen künftigen Zuchtfischlieferanten. Typisch ist die Abklärungsreise eines asiatischen Seafood-Spezialisten im Auftrag der US-amerikanischen Soja-Exporteure durch afrikanische Länder mit einem als hoch beurteilten Potential für die Fischzucht. Wie Pilze schiessen seit ein paar Jahren entlang Afrikas Küsten Fischmehlfabriken aus dem Boden, um den Hunger der Fischzuchtindustrie in Asien und Europa zu decken. Da Fischmehl nun schon mal vor Ort produziert wird, liessen sich damit Zuchtfische gleich in Afrika mästen, zusammen mit Soja aus den USA.
Erst hat man den Afrikanern die grösseren Fische weggefischt, um sie in Europa und Asien zu verspeisen. Jetzt fischt man ihnen auch die kleineren noch weg, um Fischfutter daraus zu machen [2]. Und wenn dann endlich auch in Afrika ganze Küstenstriche und Landschaften von der Fischzuchtindustrie besetzt sind, wird die Welt Afrika auch noch die Zuchtfische wegessen [3]. Und das heisst dann Entwicklung.
Zuerst publiziert am 10.12.2018 im Blog von fair-fish (nicht mehr erreichbar)
Quellen:
[1] fish-facts 27
[2] fish-facts 28
[3] SeafoodSource am 10.12.2018

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