Jahrelang empfahl der Starkoch und «Fish Fighter» Hugh Fearnley-Whittingstall, die vermeintlich reichlich vorhandenen Makrelen aufs Menü zu setzen – und jetzt muss er im Gegenteil empfehlen, auf Makrelen zu verzichten…
Im Osten der Schweiz, im St. Galler Rheintal, entstand 2008 «die grösste Indoor-Fischzuchtanlage der Welt». So sagte es deren Besitzer, der saarländische Industrielle Hans Raab, der mit seinem HaRa-Fensterreinigungssystem Millionen verdient hatte. Die Fischfabrik «Melander» hätte im Endausbau mit 1800 Tonnen Filets und Würsten aus Afrikanischen Welsen pro Jahr weit mehr produziert als alle andern Schweizer Fischzüchter zusammen. Es blieb beim Konjunktiv.
Mit einer Inseratenkampagne ging im Februar 2011 die «Global Alliance Against Industrial Aquaculture» (GAAIA) gegen industrielle Fischzuchten vor. Im Stil der Warnungen auf Zigarettenpackungen machte sie auf gesundheitliche Risiken des Konsums von Zuchtlachs aufmerksam. «Lachszuchten töten rund um den Globus und sollten daher eine Gesundheitswarnung tragen», sagte der schottische Aktivist und GAAIA-Korridinator Don Staniford. Er agitierte bereits seit Jahren gegen die industrielle Lachszucht und hatte sich deswegen auch schon happige Gerichtsverfahren eingehandelt.
Die Inserate wurden mit Spenden aus dem Publikum, von betroffenen Fischern und Indianernationen bezahlt. Als Kampagne gegen eine Industrie, die ihrerseits nicht zimperlich beim Einsatz von Werbemitteln ist. Allein die westkanadische British Columbia Salmon Farmers Association verfügte damals laut Staniford über ein jährliches Werbebudget von 1.5 Mio. Dollar.
Zuerst publiziert am 06.02.2011 auf dem Blog von fair-fish (nicht mehr online), redigiert am 06.02.2026