Während mensch auf dem Festland irgendwie alles schon gesehen hat, sind die Meere doch immer wieder für Überraschungen gut! Was neuerdings der kalifornischen Küste entlang wie Beete von Rosen blüht, sind in Wahrheit Nudibranchs (hat mit Nudeln nichts zu tun), nämlich Nacktkiemer, welche die grösste Unterordnung innerhalb der Ordnung der Hinterkiemerschnecken bilden.
Genauer: Nudibranchs der Art Hopkin’s Rose (Okenia rosecea), die bisher weiter südlich bei San Diego heimisch war. Doch 2014 explodierte deren Population auch an den Küsten Mittel- und Nordkaliforniens. Warum?
The answer is blowing in the wind, meint der kalifornische Nudibranch-Experte Jeff Goddard [1] [2]. Der Wind aus dem Süden blies in letzter Zeit stärker als üblich, weshalb die normalerweise nach Süden und meerwärts gerichtete Strömung entlang der Küste nun nördlich an landwärts verläuft und die Larven der Nacktkiemer mit sich trägt. Verbunden mit einem derzeit erhöhten Nahrungsangebot führt dies zu einer «Blüte», wie sie in Südkalifornien letztmals während der besonders starken El Niño- Phänomene 1998 und 1983 beobachtet worden.
Doch diesen Winter war El Niño schwach, wie Goddard nachdenklich meint. Ihn erinnert die Blüte eher an 1977 bzw. an die damalige und dramatischere Veränderung im pazifischen Klima, und er fragt sich, wofür die diesjährige Blüte wohl ein Anzeichen sei.
Zuerst publiziert am 13.02.2015 auf der Facebook-Seite von fair-fish
Titelbild:
Hopkin’s Rose (Foto: Robin Agarwal / Wikimedia Commons)
Quellen:
[1] «An Unusual Rose Blooms in Northern California»
[2] Long-term faunal changes in California nudibranchs: Climate change and local ocean health»


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